Wie du gute Gelegenheiten erkennst…

von Rüdiger Elke

5 Tipps, wie du gute Gelegenheiten erkennst

und beim Schopfe packst!

 

Schon spannend, welch praktische Dinge man heutzutage im Internet lernen kann.

Neben ausführlichen Tutorials über das korrekte Aufschlagen eines Frühstückseis oder wie, wann und ob man seine Fußnägel schneiden sollte, gibt es auch Rettung für handwerklich unbegabte Haarträger, die sich in Pandemie-Zeiten selbst einen Corona-Not-Haarschnitt zulegen wollen.

Kann man so machen. Oder Mütze tragen.

Einen ähnlichen Ratgeber für haarige Angelegenheiten hatte wohl auch Kairós, der Gott des günstigen Augenblicks in der griechischen Mythologie.

Auf den wenigen Darstellungen von ihm hat dieser flotte Gott neben Flügeln an Schultern und Fersen auch eine interessante Frisur.

Sein Hinterkopf ist kahlgeschoren, aber auf seiner Stirn kringelt sich eine dicke Haarlocke.

Diesen berühmten Schopf gilt es zu packen, wenn eine günstige Gelegenheit vor einem steht und man sie nicht vorbeirauschen lassen möchte (Da kommt das Sprichwort tatsächlich her).

In seiner Linken balanciert Kairós auf einer scharfen Klinge die Schicksalswaage. Einen kurzen Moment lang steht alles “auf Messers Schneide“.

Zögert man zu lange, ist der geflügelte Gott vorbeigehuscht und man bekommt ihn an seiner Glatze nicht mehr zu fassen.

Das war’s dann mit der günstigen Gelegenheit, dem passenden Moment, der rechten Zeit.

 

Das Erleben von Zeit heute

Unsere heutige, turbulente Zeit erleben wir überwiegend im Sinne von Chronos, der linear ablaufenden, messbaren Zeit.

Dieses Höher, Schneller, Weiter bestimmt unser aller Leben.

Für viele bedeutet Carpe Diem (Nutze den Tag) möglichst viel in 24 Stunden, 7 Tage oder 52 Wochen hineinzupacken.

 

In früheren Epochen war das noch anders

Die Bauern im Mittelalter wussten, worauf sie achten mussten, um günstige Momente für die Aussaat zu erwischen. Keiner wäre auf die Idee gekommen, die Wintergerste stets am 20. September oder am 3. Oktober auszusäen.

Und da ging’s nicht nur um’s Wetter. Auch beim Kauf und Verkauf von Sachen, bei Hochzeiten, beim Haareschneiden oder Zähneziehen wurde noch ganz natürlich auf den richtigen Moment geschaut, wurde die Qualität der Zeit beachtet.

Die meistens gereimten Bauernregeln wurden von Generation zu Generation weitergegeben. Und die alten Griechen haben sich mal eben einen eigenen Gott dafür geleistet.

Mit Beginn der Industrialisierung ist das Schauen und Warten auf den günstigen Moment immer mehr zurückgegangen.

 

Zurück zum Hier und Jetzt

Seit Anfang 2020 beschäftigt uns Corona. Da wurde und wird oft und gerne vom richtigen Moment oder vom besseren Zeitpunkt gesprochen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um die Maskenpflicht fallenzulassen? Um wieder ins Stadion zu gehen? Ins Cafe? Ins Kino? Um es bleibenzulassen? Um das Klima zu retten? Um die Ukraine mit schweren Waffen zu beliefern? Um mit Zugeständnissen auf Putin zuzugehen, um diesen Krieg endlich zu beenden?

Für die eine Seite hätte viel früher dies und jenes gemacht werden sollen, für die andere Seite genau das Gegenteil.

Die Herausforderung, den genau richtigen Moment für eine Entscheidung oder eine Handlung zu finden, begegnet uns ständig im täglichen Leben.

 

Meine AHA-Erlebnisse hatte ich 2011/12

Ich durfte dazu auf meiner Deutschlandtour 2011/12 einige prägende Erfahrungen machen.

Angefangen mit dieser kleinen, unrealistischen Idee – mit einem Rucksack durch Deutschland zu laufen – die mich ständig piekste. Rückblickend war es genau die richtige Zeit, diese Idee in die Tat umzusetzen. Zwei Jahre vorher und nachher hatte ich mit ganz anderen Baustellen zutun.

Es gab etliche Situationen, in denen ich zufällig zur genau richtigen Zeit bei genau dem passenden Gastgeber gelandet bin, obwohl der ursprüngliche Plan anders lautete.

Anfangs und während des 1. Teils habe ich mich stark von meiner Intuition leiten lassen und es geschahen Wunder, überraschende Wendungen, tolle Erlebnisse durch richtige Entscheidungen im richtigen Moment.

Es wurde immer dann stressig, wenn ich nur noch darauf achteten, möglichst viel Sinnvolles in den Tag zu packen.

Im Anschluß an 3.500 km durch alle 16 Bundesländer führte dann der “Wasserfall in meinem Kopf” aus all den Erlebnissen, Erfahrungen und Gesprächen zu meinem Coaching-Leitfaden

Das “A” steht für Augenblick und meint genau diese Achtsamkeit für den günstigen Moment.

Nebenbei bemerkt, der Start am 2. April 2011 war keinem Gefühl für den rechten Moment geschuldet. Es hätte auch einen Tag früher losgehen können. Aber, wer will schon als “Aprilscherz” starten…???

Ok, nun mal “Butter bei die Fische”:

 

Das brauchst du, um die Gunst der Stunde zu erkennen und so kannst du sie nutzen!

 

Fünf Finger helfen dir dabei, die günstige Gelegenheit festhalten:

 

Achtsamkeit, um den Moment wahrzunehmen

 

Nach meiner Erfahrung und der vieler erfolgreicher Persönlichkeiten, die ihren Wertvollen Weg gehen, kann Achtsamkeit in einem Boden aus Hektik, Stress, Angst oder Lärm nicht blühen.

Es ist ein zartes Pflänzchen, das aus der Stille, aus einer ruhigen Bewegung und/oder in einem guten Gespräch entsteht.

Deshalb funktioniert der CoachingWalk mit meinen veränderungsoffenen Kunden so gut.

Aber: Nicht alle Menschen ticken gleich. Manche kommen erst unter Druck in Bewegung. Ich kenne Personen, die erst im größten Stress ruhig werden und klar denken können.

Frage dich also:

  • Wann / Unter welchen Umständen bist du wach und aufnahmefähig?
  • Wo bist du in deiner Energie und in deiner Kreativität?
  • Kannst du dieses achtsame Umfeld bewusst erzeugen oder ist das Zufall?

 

Bewusstheit, um seine Bedeutung zu erkennen

 

Einer meiner Coaches sagte immer:

Glück = Vorbereitung + Gelegenheit

Das gilt auch beim Verstehen des richtigen Augenblicks.

Ein paar Fragen, die du dir stellen solltest, bevor Kairós mit seinem Schopf auf dich zu sprintet:

  • Weißt du genau, was du willst?
  • Hast du es aufgeschrieben?
  • Was hindert dich daran, das was du willst zu verwirklichen? Bewerte die Hindernisse nicht, sondern schreiben sie nur auf.
  • Was brauchst du, um das was du willst zu verwirklichen?

 

Intuition, die uns ohne lange Überlegungen entscheiden lässt

 

Einer meiner wichtigsten persönlichen Werte ist die Kombination Kreativität + Intuition.

Mein Leitsatz dazu lautet: Ich vertraue meiner kreativen Intuition. Sie öffnet Türen und überwindet Mauern.

Leider verlassen wir uns viel zu selten auf unsere Intuition. Wir orientieren uns lieber an erfahrenen, schlauen “Experten” und “Ratschlägern”.

Wenn sich viele Fachleute einig sind, daß der Weg nun mal in diese Richtung geht, braucht es schon eine starke Persönlichkeit (oder Vertrauen in die eigene Intuition), um den schmalen Feldweg in die andere Richtung zu wählen. Speziell bei Gegenwind und Anfeindungen…

Genau hier liegen jedoch verborgene Schätze. In uns steckt so viel mehr, als Logik und Verstand.

Intuition = gefühltes Wissen

Hilfreiche Fragen dazu:

  • Gibt es Momente, in denen du dich auf deine Intuition verlassen hast und das war genau richtig?
  • Wie hat sich das angefühlt?
  • Gibt es andere Situationen, die sich genauso angefühlt haben, in denen du dich aber anders entschieden hast? Mit welchem Ergebnis?
  • Kennst Du Personen, die sich oft erfolgreich von ihrer Intuition leiten lassen?

 

Mut, um die gewohnten Wege zu verlassen

 

Das letzte C in meinem Coaching-Leitfaden CAMINOCONCEPT steht für Courage/Mut.

Darin steckt “cor”, das lateinische Wort für Herz. Jemand, der Mut hat, lässt sich also von seinem Herzen leiten. Man könnte sagen, ein solcher Mensch nimmt sein Herz in beide Hände.

Mut ist also nichts, was der Verstand berechnet. Der Kopf ist voll mit Wissen und Erfahrungen und errechnet daraus so etwas wie Wahrscheinlichkeiten, mit denen dies oder jenes in der Zukunft eintreten könnte.

Mut ist eine Herzensangelegenheit, die einen dazu bringt, sich für etwas Wichtiges und Wertvolles einzusetzen.

Hilfreiche Fragen dazu:

  • Wo und wann bist du schon einmal deiner Überzeugung gefolgt und hast Mut bewiesen?
  • Wann (bei welchem Thema / Menschen / Umständen) fällt es dir leichter? Und wann schwerer?
  • Kennst du mutige Menschen in deinem Umfeld, die günstige Gelegenheiten erkennen und ergreifen?

 

Selbstvertrauen, dass du die Probleme auf deinem Weg schon lösen wirst

 

Ich höre das häufig: “Für dieses oder jenes fehlt mir einfach das Selbstvertrauen.” Oder “Ja, wenn ich sein Selbstvertrauen hätte, würde ich sofort…!”

Daß aus diesem Grund spannende persönliche Wege nicht gegangen werden, ist wirklich schade!

Dabei kann man Selbstvertrauen lernen. Die Lösung steckt im Wort: Sich selbst vertrauen.

Der Psychologe und Autor Jens Corrsen empfiehlt hier ganz klein anzufangen (In meinem Kurs GewohnheitenDomino gehe ich noch näher darauf ein).

  • Nimm eine Tätigkeit, die du bereits täglich zu 80% erledigst (z. B. fast jeden Morgen Joghurt essen). Verpflichte dich, das verlässlich an jedem Tag in den nächsten 6 Monaten zu machen.
  • Schreibe einen schriftlichen Vertrag mit Dir selbst.
  • Und halte ihn ein (Glaube mir, es wird der Schreckmoment abends um 23:30 Uhr kommen, an dem dir einfällt, heute noch kein Joghurt gegessen zu haben…).

Ich weiß, das klingt banal, aber unterschätze niemals die Wirkung:

Du hast dir etwas vorgenommen.

Du hast es eingehalten.

Komme was wolle!

Das macht etwas mit dir…

 

 

Kairós (die günstige Gelegenheit) ist nur ein Türöffner. Hindurchgehen mußt du selbst. Was dahinter kommt? Wer weiß…

Vielleicht ist es ein mühevoller Weg. Wird es gut ausgehen? Dieser schlecht frisierte griechische Gott ist jedenfalls schon wieder vorbeigerauscht und wird dir nicht helfen.

ABER:  Selbst wenn es anders läuft, als erhofft, sind solche Momente Säulen in deiner Biografie. Du hast die Qualität des Augenblicks wahrgenommen und bist das Wagnis eingegangen.

 

 

In diesem Sinne wünsche ich dir zwei wache Augen für die nächsten günstigen Momente in deinem Leben und zwei flinke Hände, um entschlossen zuzupacken.

 

Wertvolle Grüße

 

Rüdiger

 

PS:

Da wir gerade dabei sind. In meinen Kursen StarterPaket und ChangePaket zeige ich dir, wie auch Du die Gunst der Stunde erkennst und die Gelegenheit beim Schopfe packst.

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